Steaming Satellites | Steaming Satellites

let’s pull it all together now.

 Die Lorena hat ja im August schon geteasert, jetzt gibt’s die volle Ladung. Die Steaming Satellites hauen nämlich grade raus was sie können. Seit 18. September ist „Steaming Satellites“ erwerb- und anhörbar, und: „Steaming Satellites“ ist genau das, was man glauben könnte was eine Band macht, die sich Steaming Satellites nennt. So einfach ist es manchmal. Am 22. September gabs die Album-Releaseparty im Musikladen – wär ich dabei gewesen würd ich vermutlich folgendes schreiben:

Das aktuelle ist das insgesamt – inklusive LP und EP – 5. Album und mischt das back to the roots mit dem auf zu neuen Ufern und ist in Summe Space- und Postrock, schönste Basslinien, ein bisschen Epik, 80er Synthies, dazu die großartige Stimmfärbung des Max Borchardt (und ich lass jetzt das mit dem Kings of Leon-Vergleich). Und um einiges poppiger ist das neue Album auch, obwohl, ohne der üblichen negativen Konnotation. Jetzt ist es fast Post-Pop-Rock mit ein bisschen Art-. Oder so. Die Satellites machen neuerdings aber auch in Indiefunk und Bluesrock. Es steht ihnen.

show me some more, I need some healing. I want it all.

Ich weiß es ja nicht aber es deutet schon viel drauf hin dass „Steaming Satellites“ wohl das Album ist, das der Band am nächste ist – man geht quasi auf sich selbst zu, nicht weg. Die Satelliten beginnen grade erst richtig zu dampfen. Und wir gehen auf Tour durch den Maschinenraum.

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„Together“ eröffnet das Album mit Akustikgitarre und Synthesizer, fast möchte man zu Schunkeln beginnen. Aber dann, aber dann bricht es auf und zeigt in Ansätzen was in den nächsten guten 50 Minuten kommt. „Rocket“ ist dann der Song, der sich nach dem anfänglichen Synth-Getippe in fast hymnischen und stadionähnlichen Rock wandelt, der die Hände in den Himmel strecken lässt und auf den man sich am 14. November im Rockhouse wohl am meisten freut, nicht zuletzt wegen der Orgel (ich wett das hörn wir bald auch im Radio). Oder es könnte aber auch „Circles“ sein, wenn auch dreckiger und blueslastiger, manche mögen das ja sehr gern. Die Single „Honey“ ist fast das sanfteste Stück der Platte. Nicht zuletzt aber auch wegen dem romantisch-verklärtem Video, in dem eine wunderschöne Maria Wolfsberger durch Wien und die schönen und weniger schönen Herzens-Phasen tanzt, inklusive Prater-Ringelspiel und Zuckerwatte (der metaphorischen). Ich glaube man kann das gut und gerne die handelsübliche Quoten-Ballade nennen, sofern man das heute noch so macht. Die über alle Maßen gelungene, das muss man da aber auch mal sagen dürfen. Zu erwähnen ist auch noch „Back and Forth“ – treibend, druckvoll, das musikalische Äquivalent des auf einen zurasenden Zugs, irgendwie. Und spannungsgebend, wie der (nächste) Filmsoundtrack. Bei „Move“ hört man schließlich den Stimmungswechsel, der im Lauf des Hörens eintritt. Gänsehaut und ein bisschen Existenzangst. Vielleicht aber auch nur deshalb weil dann das Album aus ist.

clean and tight, naked spite. still unpredictable.

„Steaming Satellites“ klingt tiefer, nach mehr Konzept, fast „ausgereifter“ – was wohl den Fortschritt im musikalischen Schaffungsprozess bezeichnen soll und mir fällt grad kein anderes Wort ein – und macht hörbar auf welchem Weg die vier Herren sind: “Come on release me and beat my insanity”. Das hört man immer gerne. Ich drück mal auf repeat und versuchs, mal sehen was passiert.

Fotos © Christian Maislinger