Warum zur Hölle X?

Das Rockhouse hat seit einiger Zeit ein neues Logo, das mit den Xen. Wir haben mit Christian Salić, Agenturinhaber, über das neue Outfit gesprochen.

Wie bist du an den Auftrag gekommen? Gab es schon vorher eine Verbindung zum Rockhouse?

Christian: Nein, eigentlich nicht. Das Rockhouse hat ein Agenturscreening durchgeführt, sich Teams und Personen angeschaut. Dabei sind sie auf uns gestoßen. Wir haben ihnen einen Prozess vorgeschlagen, bei dem es mehr um Inhalte ging als um Gestaltung. Das hat uns vermutlich von anderen abgehoben. Über die Inhalte haben wir eine gemeinsam Basis geschaffen und uns ans Design gemacht. So war das.

Ist es nicht herrlich, schlechtes Design (=altes Logo) aus der Welt zu schaffen?

Christian: Keine Ahnung. Es war jedenfalls herrlich, ein neues Design in die Welt zu setzen ohne groß auf das alte Rücksicht nehmen zu müssen.

Gab es Vorgaben zur Kampagne oder warst du völlig frei?

Christian: Klar, es gab inhaltlich sehr genaue Vorgaben und auch klare Ziele, was die Wirkung des neuen Design angeht. Es ging darum, die Marke zu entstauben und neu aufzuladen. Rock hat über die Jahre viele neue Bedeutungen gewonnen seit der Gründung des Rockhouse. Wir mussten dem Rechnung tragen und dieses neue Verständnis auch sichtbar machen. Die Gesellschaft hat sich als Kontext verändert und damit die Wahrnehmung von Rock. Rock als Kunstform ist vielfältiger geworden, hat mehr Ausprägungen, zählt aber mittlerweile zum Mainstream der Gesellschaft.

Weiters wollen wir das Rockhouse positionieren als die Location in Salzburg mit dem intensivsten Konzerterlebnissen. Das Rockhouse ist der einzige Saal, der eigens dafür gebaut wurden, Rockmusik zu erleben – und nichts anderes.

Jetzt musst du uns das bitte mit den Xen erklären.

Christian: OK. Wir haben am Anfang darüber diskutiert, den Markennamen Rockhouse zu verwerfen und mit einem neuen Namen durchzustarten. Einfach, um unbeschwert von Altlasten ins neue Jahrzehnt zu gehen. Rechtzeitig zum 20-igsten Geburtstag killt die Agentur das Rockhouse, sehr charmant.

Den Namen zu verwerfen – diese Idee haben wir dann verworfen. Statt dessen haben wir uns dann überlegt, das Wortbild radikal zu verändern. Man soll das Wort Rockhhouse anschauen und das gefühl haben, man sieht es zum ersten Mal. Deshalb haben wir die kleine Lesehürde eingebaut mit den beiden X-en.

Erst fanden wirs selber irritierend, aber je länger wir uns das Logo angeschaut haben, desto besser fanden wirs. Außerdem hat das Rockhouse kein Geld für echte Kampagnen. Also muss das Logo selbst ein Stück weit Kommunikation bewirken. Gleichgültigkeit konnten wir uns nicht leisten. Die Leute sollten das Logo sehen und darüber reden. Ich denke, das ist uns geglückt.

Die beiden X stehen auch für das Variable, die Vielfalt. So wie in einer mathematischen Gleichung das X ein Wert ist, den man ermitteln muss. Was sich auch gut gefügt hat: viele Rockhouse-Fans meinten, die beiden X stehen für die römische Ziffer 10, also XX = 20 – was irgendwie gut gepasst hat zum 20. Geburtstag. Geplant war das nicht, aber wir nehmen es gerne mit.

Was beinhaltet die Kampagne neben dem neuen Logo noch?

Christian: Das Logo, das gesamte Corporate Design inklusive Screendesign fürs Web ohne Programmierung, das Programmheft, die Einführungskampagen am Rolling Board »Intensiver«, die A1 Plakatkampagne mit den Gleichungen X = Pop, das Programmheftdesign, den Film zur Birthday Party und das Plakat, und die XTRA-ordinary-CD Cover. Ach ja, und die Liedtextkampagne auf den Parkautomaten, die hatten wir auch noch.

Ich habe ein paar Diskussionen im Laufe des Rollouts der Kampagne mitbekommen, nicht jeder war glücklich mit dem Logo. Okay für dich?

Christian: Hauptsache die Leute reden darüber. Das Schlimmste weil Unwirtschaftlichste für uns wäre Gleichgültigkeit gewesen. Es ist ein bisschen wie mit der Band Oasis früher: Viele hassen sie, manchen lieben sie – aber jeder kennt die Fresse von Liam und Noel Gallagher.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>