Lamb Lane Records macht Optik

Dr. Lamb Lane Or: How I learned to stop worrying and love design.

Bei einem Record Label wäre es naheliegend über Musik zu sprechen. Was aber bei einem Blick auf die Internetpräsenz von Lamb Lane Records sofort zusätzlich auffällt: das liebevolle Design, das wie aus einem Guss daher kommt.

Hier also ein kleines Q&A mit Anna Gollackner, der optischen Zaubererin des Salzburger Labels, das so illustre Bands wie Allen Alexis, Purple Souls oder Mountains Lead Nowhere beheimatet.

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Anna Gollackner betreibt seit 2012 das Independent-Label “Lamb Lane Records”.

Sie unterrichtet außerdem an der HTL Salzburg und am BFI Salzburg die Bereiche Typografie, Grafikdesign und Medientechnologie und studiert an der Abteilung für Bildende Künste des Mozarteums, sowie an der Paris Lodron Universität.

 

Anna, kannst du uns kurz erklären wie das Label entstanden bzw. gewachsen ist und was du da genau machst.

Lamb Lane Records wurde 2010 vom DJ und Produzenten Philip Preuss gegründet, um eine Plattform für unabhängige elektronische Musik zu schaffen. Philip und seine Bandkollegen von Allen Alexis wollten selber über die Veröffentlichungen der Band bestimmen – da war es nur logisch, ein eigenes Label zu gründen. Mit der zweiten Single der Band, “Secrets of Love”, wechselten Allen Alexis vom Label Estrela, welches ich sehr schätze, zu Lamb Lane Records. “Secrets of Love” war auch die allererste Veröffentlichung auf Lamb Lane Records. Bis Mitte 2012 gab es hauptsächlich Releases von Allen Alexis, bzw. vom Soloprojekt des Bandmitglieds Gerald Peklar. Das Label existierte bis dahin sozusagen “nur auf dem Papier.”

Im Juni 2012 habe ich dann ein Konzept verfasst, darüber wie man meiner Meinung nach das Label ausbauen könnte, und habe es Philip vorgestellt. Ich habe mit ihm über all die Möglichkeiten gesprochen, die ich in dem brachliegenden Label sah. Daraufhin hat er mir die Leitung des Labels übergeben und ich habe sofort losgelegt: Markenkonzept, Corporate Design, Website, Facebook-Auftritt, Merchandising, ein Release-Plan, usw. Meine Hauptaufgaben bei Lamb Lane Records sind die allgemeine Strategie, A&R, sowie die künstlerische Leitung. Bei musikalischen Entscheidungen spreche ich mich mit Philip ab, der sich auch um den Vertrieb kümmert. Nach eineinhalb Jahren können wir bereits stolz auf acht neue Releases, zwei erfolgreiche Labelnights, einen von uns durchgeführten Remix- und Designwettbewerb, sowie Airplay auf verschiedenen Radiosendern wie FM4, Radio1 Berlin oder Ö3 zurückblicken.

Machst du alles Designtechnische bei Lamb Lane Records (Flyer, Vinylcover etc.)?

Die grafischen Arbeiten sind zum größten Teil von mir. Für die Musikvideos und Artworks arbeite ich mit sehr vielen talentierten Menschen zusammen, allen voran mit meinem großartigen Mitarbeiter Luca Mack. Manchmal bringen die Musiker auch bereits Bandfotos, Videos, Merch und Cover-Artworks mit, wenn sie sich bei uns bewerben.

Ich bin selber ein großer Freund von Design & Typografie und muss sagen, mir gefällt euer Labelauftritt rein optisch schon total gut. Gabs da große Überlegungen bezüglich einer CI, seid ihr durchgeplant bis ins kleinste Designdetail oder ist da auch mal der Zufall spontan eingesprungen?

Das Corporate Design ist damals relativ schnell entstanden. Ich habe verschiedene Dinge ausprobiert und als ich erste Entwürfe hatte mit denen ich zufrieden war, habe ich alles in einem kleinen Design-Manual festgehalten. Gewisse Teile sind immer wiederkehrend, aber im Großen und Ganzen ist doch viel Platz für Variation und neue Ideen.

Du arbeitest oft mit mehreren Fonts und variierst diese. Insbesondere die Schriftart für euer Lamb Lane Records-Logo hat einen hohen Wiedererkennungswert. Gibt es dazu eine Geschichte? Ist sie z.B. selber erstellt?

Die Logo-Schriftart ist leider nicht von mir, sondern von der Berliner Foundry “LiebeFonts”. Das besondere an der Schrift sind die extra Glyphen (spezielle Sonderzeichen und Verzierungen), die ich so oft wie möglich verwende.

Was inspiriert dich?

Alles mögliche – ich habe auch immer ein Skizzenbuch oder einen Block dabei um meine Ideen und Eindrücke zu notieren, aufzuzeichnen oder einzukleben. Außerdem finde ich Grafik- und Designbücher (vor allem von dieGestalten) sehr inspirierend. Für 2014 habe ich mir zusätzlich ein Typodarium besorgt: einen Abreißkalender der jeden Tag eine neue Schriftart vorstellt.

3 Wörter zu Comic Sans:

Passt fast nie.

Ich kann mir die Standardfrage leider nicht weiter verkneifen: Warum der Name “Lamb Lane Records”?

Günther, der Sänger von Allen Alexis, hat sich das damals ausgedacht. Ich habe bis heute nicht rausgefunden warum genau “Lamb Lane Records”, hahaha. Das Schaf ist aber in den frühen Artworks von Allen Alexis sehr häufig vorgekommen.

 

Drei Kurze zum Abschluss:

Windows oder Mac?

Mac

Lieblingsdesignblog?

Den Blog auf slanted.de lese ich gern. Zwar kein Blog, aber trotzdem großartig ist der Newsletter von Myfonts. Darin werden immer interessante neue Fonts und Schriftdesigner vorgestellt.

Worst Design?

Da fällt mir so schnell nichts ein. Besser man merkt sich die guten Designs als die schlechten, haha.

 

www.lamblane-records.com

www.facebook.com/Lamb-Lane-Records

https://soundcloud.com/lamb-lane-records

www.youtube.com/user/LambLaneRecords

 

Designs: Anna Gollackner / Label Night 2013 Poster: Anna Gollackner & Luca Mack / Fashion Shots: Hannah Schwaiger

 

 

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