Interview Electric Love Festival

Heute um 16 Uhr startet zum dritten mal das längst ausverkaufte Electric Love Festival am Salzburgring. Wir haben vorab mit Manuel Reifenauer gesprochen, der zusammen mit Thomas Priewasser und Tim Moser das Festival organisiert.

WAS: Ihr habt euch auf der HTL Salzburg kennen gelernt, richtig?
Manuel: Thomas und Tim haben sich in der HTL Salzburg kennengelernt, die zwei sind mir dann durch einen befreundeten DJ über den Weg gelaufen. Wir haben einige Projekte gemeinsam gemacht und uns nach 3 Jahren uns zu einer GmbH zusammengeschlossen.

Vom Seefest Seekirchen bis zum Electric Love ist ja jetzt kein kleiner Schritt. Wie nervös wart ihr?
Das stimmt auf jeden Fall, das war schon eine ganz andere Dimension, in allen Belangen. Aber das war schon sehr spannend, 2013 ein solch großes Ding auf die Welt zu bekommen. Es gibt auch nicht viele Leute die in diesem Bereich Know How besitzen und die, die es haben, sind wahrscheinlich Branchenbegleiter, die nicht wahnsinnig viel Interesse daran haben, dass da ein Know How Transfer stattfindet. Aber am Ende des Tages sind alle Probleme von damals vergessen und das Positive überwiegt.

Gab es dann beim ersten mal Überraschungen oder Unerwartetes, mit dem ihr nicht gerechnet habt?
Da gab es so einige Überraschungen, es ist einfach alles neu! Wie wenn man plötzlich einem Kind die Stützräder vom Rad schraubt. Der Rennleiter des Salzburgrings sagte von Anfang unserer Zusammenarbeit „man merkt sich Fehler erst wenn sie weh tun und viel Geld kosten“. Da hat er zu 100% recht, aber es braucht auch eine gute Portion Naivität und man muss schon töricht sein, um als junger Mensch ohne Investoren und großem finanziellen Background so ein Projekt zu wagen.

Warum eigentlich EDM?
Weil wir immer schon im elektronischen Genre zu Hause waren und die Musik mögen. Alles was man gerne macht, macht man doch auch deutlich besser als Dinge, die einem keinen Spaß machen. Wir konzentrieren uns einfach auf elektronische Musik, EDM auf der Mainstage, Drum & Bass und Techno im Club Circus, Deep House auf der Stonehenge Stage und Hardstyle auf der Q-Dance Stage.

Letztes Jahr hattet ihr Pech mit dem Wetter: Wie frustrierend ist es dann, wenn man z.B. auf Facebook negatives Feedback für etwas erhält, für das man nichts kann?
Ich glaube man hat als Veranstalter bis zu einem gewissen Punkt auch die Möglichkeit für Besucher das Festival so angenehm als möglich zu gestalten, auch bei schlechtem Wetter. Für die meisten Dinge, für die wir im letzten Jahr kritisiert worden sind, gibt es Lösungen die 2015 greifen werden. In manchen Situationen ist man den Naturgewalten wiederum einfach nicht gewachsen und dann ist das schon ein ordentlicher Motivationskiller. Aber wenn man in Österreich Freiluftveranstaltungen plant, muss man durch diese harte Schule gehen.

Ihr werdet ja wahrscheinlich nach einer Kosten/Nutzen die Artists buchen, aber habt ihr auch zwei, drei Schmankerl dabei, die ihr eigentlich nur für euch gebooked habt? 
Da gibt es einige die wahrscheinlich beide Kriterien erfüllen, wir können uns für alle Genres die wir buchen begeistern und das macht das Ganze umso leichter und positiver! Aber Felix Jeahn war schon ein Geheimtipp und im November bei Vertragsunterzeichnung noch ein Insidertipp, mittlerweile wochenlang Nummer 1 der rot/weiß/roten Charts – in dem Fall eine gute Aktie.

Jetzt seid ihr ja in einen damals zu mindestens relativ erstarrten Markt rein gekommen. Standen schon Skalar-Schläger vor eurer Tür?
Es war schon sehr hart, es gab Tage da haben Harry Jenner, Ewald Tatar und Martin Vögel fast täglich an unseren privaten Wohnadressen Sturm geläutet und wollten uns zu einem offenen Faustkampf überreden. Seitdem wir aber einen Hund haben ist es ruhiger geworden. Wir haben den Chiwawa übrigens Klausi genannt.

Warum eigentlich nicht mal wieder ein Rock-Festival am Salzburgring?
Puh, wo soll ich anfangen? Es ist überhaupt nicht unser Genre und macht deshalb auch nur wenig Spaß, der Markt in diesem Genre ist meiner Meinung nach am Peak und es gibt vor allem mit Rock in Vienna jetzt neben dem Nova Rock noch einen „Großen“ in Österreich. Wenn dann wie 2015 Walter Egle auch noch sehr erfolgreich AC/DC in Spielberg veranstaltet, Klaus Leutgeb in Graz sein See Rock mit Judas Priest und Korn programmiert, ist für mehr kein Platz.

Was erwartet uns dieses Jahr? Gibt es Neuerungen?
Einiges! Das Geländekonzept ist völlig überarbeitet, wir haben mit 100ha fast die doppelte Veranstaltungsfläche wie im letzten Jahr, das bedeutet vor allem im Camping Bereich um einiges mehr Komfort, die Q-Dance Stage ist ein absolutes Highlight, die Stonehenge Bühne mit Deep House wird vor allem am Nachmittag und bei Sonnenuntergang ein ganz feine Sache werden und vieles, vieles mehr.

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Fotos: Electric Love Promo, Kevin Verkruijssen, Matic